Viel Spass beim

lesen meiner

Gedichte !!!

 

Lächelnd   Lachend   Lächelnd

 

 
 
 
 
 
 
Große Liebe
(Gedicht für Frauchen)


Faul im warmen Körbchen liegen
Leckeres Fressen von ihr kriegen
Oft im Wald spazieren gehen
Mit der Nase Fährten sehen
Ich renne, springe hin und her

Langsames laufen fällt mir schwer
Zu Hause ruhe ich mich aus
Fange im Traum die fette Maus
Nun im Garten Bälle jagen

um sie flink zurückzutragen
Auf ihren Schoss hopse ich schnell
Gefühlvoll streichelt sie mein Fell
Bin von Geborgenheit umhüllt

Fast jeder Wunsch wird mir erfüllt
Mein kleines Leben schenk ich ihr
Die große Liebe dankt dafür


                                  Astrid Venthur, 2005

 

 

  

 Spaziergang mit dem Hund

Die Leine in der Hand,
den Weg im Wald entlang.
Verbunden mit dem Tier,
kein Ich mehr, nur noch Wir.
Das Bewusstsein hassen.
Sich dann fallen lassen.
 

Keine Kraft verschenken
und an nichts mehr denken.
Ich kehre in mich ein.
Füße laufen allein.
Zwei Wölfe wir jetzt sind,
die Nasen fest im Wind.

Die Natur erleben
und nach vorwärts streben.
Fremde Orte sehen,
mit Gefühl verstehen.
Leben im Augenblick
ist unendliches Glück.

 Nicht den Weg verlieren.
Plötzlich Hunger spüren
und den leeren Magen.
Keine Lust zum Jagen.
Mein Rollentausch ist aus.
Ein Hund bringt mich nach Haus.

 

Astrid Venthur, 2006

 

 

 

 

 

Vom wilden Wald-Wusel

 

Habe flinke schnelle Beine
und mein Frauchen an der Leine.
Im Vertrauen und ganz ehrlich,
Leinen machen mich gefährlich!
Den Weg zu sichern, ist mein Sinn.

Ich renne vor und jage hin.

Die Nase sagt mir ganz direkt:
Wildtiere sind im Wald versteckt.
Bin zum wilden Wusel mutiert.
Die Rehe haben es kapiert.
Sie springen auf und sind davon,
sobald ich in die Nähe komm.
 

Würd' gerne flitzen hinterher,
doch angeleint fällt es mir schwer.
Ich ziehe Frauchen, doch sie schimpft,
weil sich ihr Pinscher nicht benimmt.
An der Leine fest gehangen,
darf ich keine Tiere fangen.
 

Zum Trost reicht sie mir Frolic dann,
damit ich langsam laufen kann.
Dies tue ich nur kurze Zeit.
Dann ist es wieder mal soweit:
Ich rieche neues Wild sehr bald
und bin ein Wildwusel im Wald.

 

 

                              Astrid Venthur, 2006

 

 

 

Hier ein Gedicht, welches mein Mann,

inspiriert von unseren B-Wusel-Welpen,

geschrieben hat:

 

So sind wir

 

Habe kleine dunkle Augen,

 leuchten wie der Sonnenschein.

Hab' ein Fell, so weich wie Seide. 

Hab' auch Krallen spitz und fein.

 

Habe kleine spitze Zähne. 

Hab' ein großes Kämpferherz. 

Hab' ein süßes mildes Lächeln 

und im Kopf so manchen Scherz.

 

Früher war ich taub und blind. 

Konnte nur ein wenig riechen. 

Kann nun flitzen wie der Wind 

und auf meinem Bauche kriechen.

 

Schleich' mich an und dann ganz leise 

packe ich mein Schwesterherz 

dicht am Ohr, das find' ich weise. 

Sie verzeiht mir diesen Scherz.

 

Bald danach schnappt sie geschwinde 

meines Schwanzes Ende mir 

und beginnt daran zu ziehen, 

dieses wilde Wuseltier.

 

Aber nicht genug der Faxen, 

jetzt schon ist mein Bruder dran. 

Packe ihn mit meinen Tatzen, 

werf' ihn um, den Wuselmann.

 

Doch wenn ihr nun denkt, das war's schon, 

sage ich nur, weit gefehlt, 

denn so richtig lustig wird's erst, 

werd' ich von dem Rest gequält.

 

Denn dann kommen sie in Scharen, 

fegen über mich hinweg, 

stürzen dabei auf den Rasen, 

bis ihr ganzes Fell voll Dreck.

 

Alle haben großen Hunger 

nach dem wilden Wusel-Spiel. 

Frauchen bringt uns lecker Futter. 

Wir steh'n im Kreis und fressen viel.

 

Prall sind nun die Wuselbäuche. 

Langsam gehen wir zur Ruh. 

Träumen süß auf Kuschelkissen.

Schlagen morgen wieder zu.

                 

                        Frank Schwarzbach, September 2009

 

 

Die Schlange

 

 

 

Am Teichrand in meinem Garten
wohnt ein Urgetier.
Nur selten, jährlich ein-, zweimal
sehe ich es im Revier.

 

Vor Jahren, so klein wie ein Wurm,
 habe ich es entdeckt.
 Als es mich mit der Zunge roch,
hat es sich versteckt.

 

Oftmals in der Morgenstunde
schwimmt es durch den Teich 'ne Runde.
Mittags liegt's auf einem Stein,
und genießt den Sonnenschein.

 

Die grünen Frösche in dem Teich,
 sind sein Leibgericht.
 Pro Monat frisst es einen,
und mehr braucht es nicht.

 

Um den Frosch tut es mir leid.
 Ich mag die Frösche sehr.
 Doch die kupfergrüne Schlange
mag ich noch viel mehr.

 

Manchmal finde ich ihre Haut,
die sie abgestreift.
 Hohle Stämme leg' ich ins Schilf,
damit sie bei mir bleibt.

 

Ringelnattern sind geschützt.
Ich bilde mir ein, es stimmt,
was ein altes Sprichwort sagt,
dass sie Glück mir bringt.

 

 

 

                               Astrid Venthur, Juli 2012


 

                                                                    

 

 

    

  

    

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

    

 

  

   

  

 

   

 

 

 

 

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Der Seiltänzer

Ich tanze auf dem Drahtseil in dieser bösen Welt.
Rechts ein Abgrund, links ein Abgrund,
wo man leicht herunterfällt.
Mein Balance-Stab besteht aus Toleranz.
Doch die Harmonie,
nach der ich suche,
finde ich nie.
Hoch oben schwebe ich in der Luft
und unter mir steht irgendein Schuft.
 
Ich wünschte, ich wäre mein Hund,
satt und gesund.
Dann könnte ich auf vier Beinen
durch die Wälder rennen
und die restliche Zeit im Körbchen verpennen.
 
Ich bin der Rammbock zwischen den Fronten.
Was rechts und links ist, kann ich verstehen.
Ich tanze auf dem Drahtseil
und meine Füße können nur nach vorwärts gehen.
Die Sonne blendet mich links,
fast fall' ich herab.
Der Wind bläst von rechts,
fast stürze ich ab.
Ich hoffe, ich bleibe oben
auf meinem Drahtseil wohnen.
 
Ich wünschte, ich wäre mein Hund,
satt und gesund.
Dann könnte ich auf vier Beinen
durch die Wälder rennen
und die restliche Zeit im Körbchen verpennen.
 
Tanzend auf dem Seil
blicke ich von oben herunter.
Rechts liegen die Berge und links rauscht der See.
Das hält mich vor'm Einschlafen munter.
Ich tanze wie eine gute Fee
und wäre doch so gerne mein Hund.
Wenn ein Erdbeben kommt,
wird das Wasser den Berg beißen
und der Berg wird den See verschütten
und mein Seil wird zerreißen.
Dann falle ich in den Dreck
und bin weg.
 
Doch plötzlich kommt mein Hund
ganz nah zu mir heran.
Braune Leuchte-Augen
blicken mich fragend an.
Meine Seil-Gedanken
hat er wohl erraten.
Mir scheint, sein kluger Blick
will mir etwas sagen.
"Fall niemals in den Dreck
und verlass mich nicht."
Mit zärtlich-feuchter Zunge
liebkost er mein Gesicht.
Seine Lebensweisheit
ist einfach und nicht schwer.
Nun fühle ich wie er.
In diesem Augenblick,
empfinde ich das Glück,
steig vom Drahtseil runter
und bin wieder munter.

 

Astrid Venthur, 1996 (überarbeitet 2011)



 

Die Lemminge
(Gedicht zur Jahrtausendwende)

Die Erde erscheint den Menschen zu klein.
Jeder Nachbar kämpft für sich allein.
Wir rauben unsere Kühlschränke leer.
Ehre und Freundschaft gibt es nicht mehr.
 
Zu groß ist die Herde.
Den Lemmingen gleich,
zum Wohl der Erde
suchen wir den Teich.
 
Ideale haben wir vergessen.
Unsere Vorbilder sind längst aufgefressen.
Ihre Knochen verrotten im Wind.
Nur das Geld bestimmt, wer die Leittiere sind.
 
Zu groß ist die Herde.
Den Lemmingen gleich,
zum Wohl der Erde
rennen wir zum Teich.
 
Wir plündern alles, was lebt und blüht.
Es ist uns egal, welche Schmerzen es fühlt.
Die Natur ist zum Knecht verkommen.
Unser Denken hat ihr den Zauber genommen.
 
Zu groß ist die Herde.
Den Lemmingen gleich,
zum Wohl der Erde
erreichen wir den Teich.
 
Hinter Masken verstecken wir das Gesicht.
Schönheit wurde Kulisse und innere Werte sieht man nicht.
Wir leben in den Tag hinein
in einer Welt aus Trug und Schein.
 
Zu groß ist die Herde.
Den Lemmingen gleich,
zum Wohl der Erde
springen wir in den Teich.
 
Nachts feiert die Jugend berauschende Feste.
Jeder Tag wird gelebt, als sei er der Letzte.
Das allgemeine Motto ist nun:
Wohl dem, der verdient, ohne etwas zu tun.
 
Zu groß ist die Herde.
Den Lemmingen gleich,
zum Wohl der Erde
schwimmen wir im Teich.
 
Tiere und Bäume sterben im leisen Tod.
So hören wir nicht, dass der Selbstmord droht.
Unsere Gier macht den Lebensraum klein
und jeder stirbt für sich allein.
 
Zu groß war die Herde.
Den Lemmingen gleich,
zum Wohl der Erde
ertrinken Menschen im Teich.
 
Vielleicht werden Einige am Leben bleiben
und ehrenhaft wie Wölfe die Beute teilen,
bis die Entwicklung von Neuem beginnt
und Raffgier und Habsucht das Lebensrecht nimmt.
 
 
 
Astrid Venthur, 1999

 

 


 



Der Eroberer


Er suchte und fand
hinter dem Ozean ein neues Land.
Abenteuer voll Glück hatten begonnen.
Das neue Land wurde eingenommen.
Seine Seele, in Samt und Seide versteckt,
hat er durch rosa-rote Optik entdeckt.
 
Unberührt und jungfräulich schön
hat er das Paradies geseh'n.
 
Jedoch sein Verstand
war nicht zufrieden mit dem, was er fand.
Mühe und Arbeit hatten begonnen.
Bauland und Acker wurden gewonnen.
Die ängstliche Seele verkroch sich im Sand,
so dass sie seinen Blicken entschwand.
 
Das Paradies verändert sich nun
durch sein Denken und sein Tun.
 
Rätsel wurden gelöst
und Wunder hat er vom Zauber entblößt.
Das Neuland, seinem Wesen angepasst,
wurde Abbild des Alten, was er gehasst.
Die nackte Seele wurde vor Kälte krank,
kroch grau und kahl auf Trümmern entlang.
 
Das Leben im Paradies ist beendet,
weil er sich selber nicht verändert.
 
Das Land wurde böse und mies,
so dass er aufbrach und es schnell verließ.
Sein Suchen nun von Neuem beginnt,
doch Glück zwischen seinen Fingern zerrinnt,
denn alle Seelen, die er zerbrach,
laufen an schleimigen Bändern ihm nach.
 
Die Paradiese sind zerstört.
Er weiß nicht, wo er hingehört.
 
Ein Schiff bricht die Wellen im Meer,
doch seinen Anker schleppt es hinter sich her.
Es sucht in weiter Ferne das Glück
und kehrt stets zum Ankerplatz zurück.
Dies geschah bereits vor langer Zeit,
doch Geisterschiffe kreisen noch heut'.
 
Sie töten das Gleichgewicht der Natur.
Das Buch der Geschichte folgt ihrer Spur.

 

Astrid Venthur, 2009


 

 

                                                                                 

Zum ersten mal in meinem Leben habe ich Angst, dass sich deutsche Geschichte wiederholen könnte. Aus Sorge hierum entstand diese Fabel:

Der Untergang vom Abendland

(eine Wolfsgeschichte)
 
Im reichen Land namens Abendrot
kannten die Wölfe keine Not.
Jeder Wolf in diesem Gebiet
heulte frei und lustig sein Lied.
Alle fetten Essensbraten
erhielten die Wölfe aus Automaten.
 
Die Welt wurde schneller und dadurch klein.
Morgenrot-Wölfe kamen ins Revier hinein.
Weil es ihnen im Schlaraffenland gefiel,
wurde der Freiheitswunsch ihr Ziel.
Mit Gutland-Hilfe bissen sie ihren Oberwolf tot
und fortan herrschten dort Kriege und Not.
 
Der Abendrot-Leitwolf wollte ein Guttier sein
und lud arme Morgenrot-Wölfe zu sich ein.
Dass Fremdwölfe so leben wollten wie er,
war schmeichelhaft und gefiel ihm sehr.
Er sprach die Worte: „Kommt zu mir ins Haus.
Ich gebe euch gerne ein Essen aus“.
 
So kamen auch viele angelaufen,
um Freiheit und Reichtum für sich zu erkaufen.
Jedoch, der Platz im Revier war bemessen.
Die Automaten wurden leer gefressen.
Verspeist wurde auch der Wintervorrat,
den fleißige Wölfe hatten erjagt.
 
Die Fremdwölfe, vom Leben im Fünf-Sterne-Bau angelockt,
hat man in Massengehege gestopft.
Statt der erhofften Dankbarkeit,
wuchs ihre Unzufriedenheit.
Im freiheitlich demokratischen Staat
haben sie ihren Gastgeber verklagt.
Durch das Unvermögen, verständliche Regeln zu setzen,
lebten Morgenrot-Wölfe nach traditionellen Gesetzen.
Und auf fremdem Hoheitsgebiet
sangen sie ihr eigenes Lied.
 
Dass es eng wird, hat der Leitwolf erkannt.
So ist er zu Nachbarrudeln gerannt.
Und er bettelte dort umher:
Füttert die Morgenrot-Wölfe, ich kann das nicht mehr.
Haltet die Fremdlinge fern von mir,
dann nehmen wir euch auf in unserem Revier“.
Dass er eigene Grenzen baut,
hat er sich leider nicht getraut.
Erpressbar wurde er immer mehr.
Die Nachbarrudel freuten sich sehr.
 
Über Kritik aus dem Volk war der Leitwolf empört.
Er verschloss seine Ohren und hat den Alarm überhört.
Wir schaffen das“ sang er ganz allein.
Kein anderer wollte verantwortlich sein.
Der Oberwolfsrat sang täglich sein Lied,
ohne dass irgend etwas geschieht.
Den Zustrom der Wölfe hielt niemand auf.
So nahm das Unheil seinen Lauf:
 
Es folgte das Drama, was jeder kennt
und was sich „Geschichte der Menschheit“ nennt.
Das Abendrot-Volk hat den Schafpelz weggeschmissen
und seinen Leitwolf in Stücke zerrissen.
Jeder Fremdwolf wurde gejagt und gebissen.
 
Denn aus Wölfen, jenseits von böse oder brav,
wird niemals ein freundliches friedliches Schaf.
 
 
Astrid Venthur
 
29.Januar 2016




 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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