Brief an die Adoptiv-Eltern meiner Kinder
 
 
 
 
(Eigene sowie Erfahrungen anderer Züchter und der
A-Wusel-Eltern sind hier verarbeitet)

  Hier findet Ihr

Hinweise zur Erziehung

eines Deutschen Pinschers sowie

Hinweise an meine Welpenkäufer

 

 

Ich habe meine Kinder so lieb. Deshalb möchte ich, dass es alle in ihrem künftigen Leben gut haben werden.

Wenn Ihr eines meiner Kinder adoptieren möchtet, überlegt Euch bitte ganz genau, ob Ihr der großen Aufgabe, einen Deutschen Pinscher zu erziehen und ihm 16 Jahre oder länger ein guter Freund und Rudelführer zu sein, gewachsen seid.

Bei Eurer Wahl für unsere Rasse und der Erziehung meiner Kinder solltet Ihr folgendes beachten:

Wir Pinscher sind sehr intelligent und merken uns alles. Daher ist unsere Erziehung einfach, wenn Ihr keine Fehler macht. Seid Ihr jedoch inkonsequent, werden wir dies schamlos ausnutzen. Dies tun wir nicht, weil wir Euch ärgern wollen, sondern weil wir nicht genau wissen, was Ihr von uns verlangt. Also überlegt im Vorfeld, was wir dürfen und was nicht und haltet die Regeln ein.

Wir Pinscher sind kleine Persönlichkeiten und tun daher nur das, was uns Spaß macht. Wir wissen leider nicht, was Euch an uns gefällt und wir wissen nicht, was Euch nicht gefällt. Daher müsst Ihr uns dies mitteilen und dafür habt Ihr nur eine Sekunde Zeit. Wenn Eure Reaktion länger dauert, finden wir keine Zuordnung. Ihr müsst wissen, wir Hunde leben im Augenblick und kennen weder die Vergangenheit noch die Zukunft. Unser richtiges Handeln solltet Ihr sofort z.B. mit Leckerlis belohnen und wenn wir in Euren Augen Fehler machen, Euren Garten umgraben, Sachen vom Tisch stehlen ..., müsst Ihr dafür sorgen, dass uns diese, für uns so schönen Dinge, nicht mehr gefallen. Euer Einfallsreichtum ist hier gefragt. Am schnellsten lernen wir, wenn Ihr Euch gar nicht einmischt und wir selber merken, dass es z.B. gefährlich ist, einen Blumenkübel umzugraben, weil dann plötzlich z.B. eine Mausefalle, selbstverständlich mit extrem ausgeleierter Feder, damit keine Verletzung entsteht, nach unserer Nase schnappt. Unser Leben lang werden wir nicht vergessen, dass Blumentöpfe gefährlich sind.
Bestraft Ihr uns jedoch mit körperlicher Gewalt und tut uns weh, werden wir Euch dies nie verzeihen. Unser Verhältnis, was so schön hätte sein können, wäre auf lange Zeit gestört.

Macht aber auch nicht den gegenteiligen Fehler und behandelt meine Kinder zu zart. Traut Euch, sie richtig festzuhalten. Lasst erst los, wenn sie kurzzeitig aufhören zu zappeln. Wenn sie den Kampf gewinnen, lernen sie, wie sie sich befreien können und Ihr habt zukünftig Probleme z.B. beim Tierarzt oder wenn Ihr mal eine Zecke entfernen müsst.
Jeder Pinscher möchte wissen, wo sein Platz im Rudel ist und strebt nach Herrschaft. Also seid darauf vorbereitet, dass Euer Pinscherlein im Flegel-Alter plötzlich einmal angriffsbereit und mit gefletschten Zähnen vor Euch stehen Könnte. Dann solltet Ihr blitzschnell reagieren, den aufsässigen Pinscher auf den Rücken drehen, ihm in die Augen sehen und erst loslassen, wenn er seinen Blick von Euch abwendet. Das ist eine artgerechte Zurechtweisung, die verstanden wird. Diese Erfahrung zur richtigen Zeit hält ein Pinscher-Leben lang.
Habt keine Angst, denn wir können Eure Angst riechen. Wir sind dann total verunsichert und reagieren meistens so, wie Ihr es nicht erwartet und nicht möchtet. Ein Rudel-Führer hat keine Angst. Also müssen wir die Führung übernehmen und das ist niemals in Eurem Interesse!
Wir können aber auch Eure Liebe fühlen. Die macht uns glücklich, wir suchen Eure Nähe und werden die verschmusten Hunde, die Ihr Euch wünscht. Wenn unsere Beziehung stimmt, spüren wir alle Eure Gefühle, haben mit Euch viel Spass und können Euch trösten, wenn Ihr einmal traurig seid.

Wir erwachsenen Pinscher (meine Kinder bitte nicht überfordern, denn ihre Knochen und Gelenke sind noch weich und könnten Schaden nehmen) sind sehr sportlich. Wir lieben lange Spaziergänge, wir mögen, wenn wir ein Jahr alt sind, gerne am Fahrrad laufen und wir lieben es, auf dem Hundesportplatz über die Agility-Strecke zu flitzen. Wenn man uns sportlich nicht auslastet, verkümmern wir zu ewig schlafenden Stubenhockern. Im Haus verhalten wir uns im Erwachsenenalter ruhig und lieben den Schlaf auf einem gemütlich kuscheligen Kissen. Extreme Kälte und Regen mag unser kurzes Fell nicht. Für eine ausschließliche Haltung im Freien oder im Zwinger sind wir nicht geeignet.
Ihr solltet darauf vorbereitet sein, dass sich meine Kinder, wenn es zum Spaziergang raus geht, vor lauter Freude überhaupt nicht mehr beherrschen können, das Anlegen von Halsband und Leine demzufolge eine Ewigkeit dauert und sie wild an der Leine ziehen und umher springen, weil sie vor lauter Freude nicht mehr ansprechbar sind. Je konsequenter ihr reagiert, d.h. ihr Ziehen z.B. mit stehen bleiben oder rückwärts laufen bestraft, ganz egal, ob Ihr in Eile seid oder nicht, um so schneller stellen sich Erfolge ein. Verwendet anfangs bitte nur eine kurze Leine, denn an einer Roll-Leine lernen sie das Ziehen. Erst wenn meine Kinder gut leinen-führig sind, dürfen sie evtl. auch an einer Roll-Leine laufen. Wir Pinscher sind durchaus in der Lage zu unterscheiden:
Roll-Leine = spielen, toben und ziehen, kurze Leine = brav neben Frauchen oder Herrchen laufen!

Wir Pinscher brauchen den engen Kontakt zu unseren Menschen. Je mehr wir zu ihnen aufschauen und sie als Rudel-Führer akzeptieren, um so geringer ist unser Bedürfnis, auf eigene Faust das Gelände zu erkunden, über Eure Zäune zu springen (Wir Pinscher sind Meister im Hochsprung, wenn wir das gelernt haben!) sowie Rehe und Hasen zu jagen. Die Welt steckt für uns voller Gefahren. Es gibt Straßen mit gefährlichen Autos, nicht sozialisierte große Hunde, die sich auch auf Welpen stürzen und Wildschweine, die größenwahnsinnigen Pinschern im Wald gefährlich werden können. Bitte passt gut auf meine Kinder auf. Lasst sie erst von der Leine, wenn ihr Euch sicher seid, dass sie nicht weglaufen.
Niemals sollten sie die Erfahrung machen, dass sie viel schneller sind als Ihr und Ihr sie nicht fangen könnt, wenn sie Abstand halten. Macht das Gegenteil, versteckt Euch, lauft von ihnen weg. Sie werden Euch suchen und Euch folgen. Kein Hund möchte sein Rudel verlieren. Beschäftigt uns, redet und spielt mit uns. Dann können wir unsere Intelligenz entfalten und Ihr Menschen seid unser Mittelpunkt.

Besucht mit meinen Kindern unbedingt die Welpen-Spielstunde. Sie müssen lernen, dass es verschiedene Hunde unterschiedlichster Bauart gibt, damit sie sich später mit allen Hunden gut vertragen und nicht zum Angst-Beißer werden.

Erzieht Eure Menschen-Kinder gut. Erklärt ihnen: Wenn ein Pinscher schläft, dann träumt er. Wird er im Schlaf erschreckt, kann es sein, dass selbst der liebste Hund beißt. Er denkt dann, er beißt in den Hasen, den er gerade im Traum fangen wollte. Bedenkt immer, kleine Kinder und kleine Hunde sind unberechenbar. Lasst sie nicht unbeaufsichtigt, denn Ihr tragt die Verantwortung. Bedenkt, je gröber das Spiel des Kindes wird, desto gröber spielt auch der Pinscher mit dem Kind. Das ist völlig normal. Gut sozialisierte Hunde betrachten kleine Kinder als Welpen, beschützen sie und tun ihnen normalerweise nichts.

Seid darauf vorbereitet, die Milchzähne und Krallen meiner Kinder sind sehr scharf. Sie wissen nicht, dass Eure Menschen-Haut viel dünner und empfindlicher ist als die Haut ihrer Geschwister, mit denen sie bisher spielten und es weh tut, wenn sie Euch damit liebkosen. Traut Euch, laut zu quietschen. Wenn Ihr Glück habt, trefft Ihr den richtigen Ton und meine Kinder verstehen Euch.

Habt Nachsicht, wenn meine Kinder Pfützen (oder Schlimmeres) auf Eure Teppiche machen. Ihre Blase ist noch so klein. Verzweifelt nicht, denn jeder Hund wird je nach Beaufsichtigung früher oder später stubenrein. Wenn eine Pfütze passiert, ist es alleine Euer Fehler.

Kleine Pinscher sind wie kleine Kinder. Sie nehmen alles ins Maul. Bitte passt auf, dass sie nicht mit herabhängenden Elektrokabeln spielen, lasst nichts herumliegen (Socken, kleine Bälle, angenagtes kaputtes Spielzeug ...) was sie aus Versehen verschlucken könnten. Bedenkt dabei, dass sie durchaus in der Lage sind, auf Möbel oder Tische zu springen. Passt auf, dass sie nichts fressen, was ihnen nicht bekommt. Es gibt viele giftige Garten- und Zimmerpflanzen, Frostschutzmittel .... Doch auch Weintrauben, Schokolade, Knoblauch, Zwiebeln, stark gewürzte Speisen und bereits relativ kleine Mengen Rosinen sind für Hunde giftig.

Wenn Ihr weiteren Rat möchtet, wendet Euch bitte an mein Frauchen. Sie freut sich, wenn Ihr anruft, lernt aus Euren Erfahrungen und ist jeder Zeit gerne bereit, so gut es geht zu helfen. Einem guten Züchter ist es unheimlich, wenn kein Kontakt zu den Adoptiv-Eltern besteht und er macht sich Sorgen.

Weitere Hilfe findet Ihr auch im Internet auf den Seiten der Deutschen-Pinscher- Ausbildungs-Initiative  (siehe Kontakte, Links).

 


„Wusel - Gebrauchsanleitung“  Fütterungsanleitung für die ersten Tage / 2 Wochen des Welpen

(Wenn die Welpen größer sind, fressen sie natürlich mehr. Es gilt der Grundsatz: man sollte die Rippen und Hüft-Knochen deutlich fühlen können, darf sie aber nicht sehen.)

Meine Welpen wurden bisher gefüttert mit
Dosenfutter von .............. mit pro Welpe 1 Tablette Bierhefe (aus Reformhaus)(Achtung, bei der Verfütterung von Fleisch pur, Pansen pur sowie Fleisch mit Gemüse das Dosenfutter mit 1/3 Flocken mischen, nach Möglichkeit kein Wasser zugeben! Stücke fressen Hunde lieber als eine Mahlzeit in Breiform, stärkt den Kiefer und das Gebiss des Hundes)

Flakes (Flocken) von .......... zum Mischen von Dosenfutter oder Frischfleisch

Trockenfutter von ........ (Welpenfutter!!!) mit Möhrengranulat (1Teelöffel pro 200g Trockenfutter) ca. 5 Minuten in warmem Wasser (nicht aus der Warm-Wasser-Leitung, dies verursacht evtl. Durchfall!) eingeweicht (Futter einfüllen und den Napf mit Wasser auffüllen, so dass die Brocken reichlich mit Wasser bedeckt sind. Es ist auch möglich, Trockenfutter ohne Wasser zu verfüttern. Hat der Welpe jedoch keine Möglichkeit zu trinken, besteht Lebensgefahr. Aus diesem Grund erhalten auch unsere ausgewachsenen Hunde ihr Trockenfutter stets mit Wasser aufgefüllt, aber nicht mehr eingeweicht). Bleiben Reste, bitte wegschmeißen und nicht für die nächste Mahlzeit verwenden.

Rindfleisch mit Mohrrüben und Reis, Kartoffeln oder Nudeln ohne bzw. mit sehr wenig Salz! gekocht, vollständig abkühlen lassen, die Mohrrüben oder Kartoffeln mit einer Gabel zerdrücken, die Nudeln evtl. zerkleinern

Rohes Rindfleisch fein zerkleinert oder Pansen grün ebenfalls zerkleinert aus dem Zoo-Fachhandel (z.B. aus der Zoo-Abt. in der Tiefkühlbox bei Pflanzen-Kölle oder bestellen unter www.pansen-express.de) mit etwas Flocken (Pansen grün stinkt zwar erbärmlich, aber er enthält wertvolle Mikroorganismen, die der Hund zur Verdauung benötigt. Vor allem nach einer Behandlung mit Antibiotika hilft es sehr, die zur Verdauung notwendigen Mikroorganismen wieder im Magen-Darm-Trakt anzusiedeln. Rohes Rindfleisch, fein zerkleinert oder Möhren-Granulat eingeweicht (gib es in jeder größeren Zoo-Handlung) bewirkt einen festen Stuhlgang und hilft, wenn der Hund einmal Durchfall hat. (Ein gutes Mittel bei Durchfall vom erwachsenen Hund ist, den Hund einen Tag fasten zu lassen, damit sich der Darm entleert (nur Wasser geben!), danach eine Brühe aus gekochtem Reis mit etwas gekochtem Hühnerfleisch und am darauf folgenden Tag rohes fein zerkleinertes Rindfleisch evtl. mit Möhren-Granulat. Sollte danach kein Erfolg eintreten, bitte unbedingt den Tierarzt aufsuchen.)

Magerquark mit Banane als Nachtmahlzeit

zwischendurch haben sie Apfel und Birne (ohne Kerngehäuse) und rohe Mohrrüben zum Knabbern kennen gelernt

Das Welpen-Trockenfutter (Fütterungsmenge ca. 1 Tasse pro Mahlzeit und Welpe) diente bei mir in der Welpenaufzucht als Hauptfutter, weil dort alle Inhaltstoffe, die der heranwachsende Welpe benötigt, im richtigem Verhältnis enthalten sind.

Um Durchfall-Erkrankungen vorzubeugen, habe ich dem Futter (bis auf Welpenmilch und Bananen-Quark) aufgeweichtes Karotten-Granulat (1 Teelöffel Granulat pro Meßbecher Futter) der Fi. Olewo (gibt es bei Fressnapf und in jeder größeren Zoo-Handlung) beigesetzt. Ein günstiger Nebeneffekt von Karotten ist, dass die rote Fell-Farbe schön kräftig wird.

Frisches Wasser muss, egal bei welcher Fütterungsart jederzeit bereit stehen

Rohes sowie gekochtes Schweinefleisch kann Krankheiten übertragen, die selbst für ausgewachsene Hunde lebensgefährlich sein können. Aus diesem Grund kaufe ich das Fleisch nur im Zoo-Fachhandel bzw. in der Tier-Abteilung bei Pflanzen-Kölle. Nur hier bin ich mir sicher, dass das Rindfleisch nicht mit Schweinefleisch z.B. über das Fleischermesser in Berührung gekommen ist.

Meine bisherigen Fütterungszeiten: 8 Uhr, 12 Uhr, 16 Uhr, 20 Uhr, 24 Uhr (ein kleines leichtes Nachtmahl z.B. Bananenquark)

(Wenn der Welpe gut frisst und zunimmt, kann die Mahlzeit um 24 Uhr entfallen)

Wenn man die Fütterungszeiten einhält, stellt sich ein fester Rhythmus zwischen Wach-, Toiletten- und Schlafenszeiten ein, was sehr hilfreich ist. Zwischen den Mahlzeiten schlafen die Welpen ca. 2 Stunden.

Der Welpe sollte seinen Napf in ca. 5 Minuten leer fressen. Tut er es nicht, sollte das Futter weggenommen werden. Er wird sehr schnell lernen, alles aufzufressen und kein Futtermäkler werden.

Wichtige Hinweise:

Niemals Rosinen oder Weintrauben füttern. Das führt zu schweren Nierenschäden. Eine Pinscher-Hündin ist auf fürchsterlichste Weise gestorben, weil sie Rosinen vom Tisch gestohlen hatte. Da selbst vielen Tierärzten die Gefahr, die von Weintrauben oder Rosinen ausgeht, unbekannt ist, empfehle ich, dem Hund nie etwas anzubieten, von dem man sich nicht ganz sicher ist, dass er es verträgt. Auch Schokolade, Nüsse, Hülsenfrüchte, Zwiebeln, Knoblauch, rohe Kartoffeln oder Obstkerne (enthalten Blausäure) sind gefährlich bzw. giftig. Für einen Hund gut verträglich sind beispielsweise rohe oder gekochte Mohrrüben, Gurke, Apfel, Banane, gekochte Kartoffeln. Vorsicht im Umgang mit Frostschutzmitteln. Ein Hund schleckt sehr gerne daran und bereits wenige ml sind tödlich giftig.

Vorsicht bei Zimmerpflanzen, viele Arten sind giftig. Giftige Gartenpflanzen sind z.B. Eibe, Narzissen, Rhododendron, Lebensbaum und Ginster. Man sollte aufpassen, dass der Welpe nicht gerade an diesen Pflanzen herum nagt

Kein Futter aus dem Kühlschrank verfüttern (Durchfall. Erbrechen). Das Trinkwasser etwas erwärmen, nicht der Warm-Wasser-Leitung entnehmen.

Ein Pinscher ist ein sehr aktiver Hund, der auch bedingt durch sein kurzes Fell viel Energie für die Aufrechterhaltung seiner Körper-Temperatur braucht. Daher benötigt er oftmals mehr Futter, als auf den Mengenangaben des Futterherstellers steht. Auch bei Hunden gibt es gute und schlechte Futter-Verwerter. Daher muss die individuell erforderliche Futter-Menge nach der Regel: „Man darf die Rippen und Hüftgelenkknochen nicht sehen, muss sie aber deutlich fühlen können“ bestimmt werden.

Kauknochen oder Kaustäbchen aus Rinderhaut (die gibt es kostengünstig im 100-ter Pack) stärken das Gebiss und beugen Zahnstein vor. Außerdem knabbert der Welpe dann evtl. keine anderen Gegenstände an.

Der Welpe und auch der ausgewachsene Hund sollten beim Fressen aufrecht stehen, damit die empfindlichen Bänder nicht überdehnt werden. Es empfiehlt sich ein Futterständer, den es in jedem Zoo-Fachladen gibt. Mit diesem Ständer (Ein Edelstahlnapf für Wasser und einer für Futter) vermeidet man auch umgekippte Wasserschüsseln.

Sollte der Hund Gras fressen und anschließend brechen, ist das völlig unbedenklich. Es dient der Magenreinigung (bei leichtem Unwohlsein oder kleinen verschluckten Gegenständen) und man sollte den Hund gewähren lassen.

Beschädigte Spielzeuge sofort entfernen; den Hund nicht mit Gegenständen spielen lassen, die er verschlucken könnte (Sollte er einmal einen Gegenstand im Maul haben, den er verschlucken könnte, dem Hund bitte nicht hinterher laufen, um ihm seine Beute abzunehmen. Man riskiert dann erst recht, dass er es runter schluckt. Es hilft, ihm im Austausch Leckerlis oder Spielzeuge anzubieten, dann lässt er möglicher Weise den Gegenstand von alleine fallen)

Niemals Hühnerknochen geben, da diese stark splittern; Vorsicht auch bei anderen Knochen, sie könnten evtl. hohe Tierarztkosten verursachen. Hunde, die nicht gelernt haben, Knochen zu fressen und richtig zu zerkauen, vertragen sie nicht bzw. könnten sie in Stücken fressen.

Sollte der Hund schlecht fressen, genügt oftmals eine kleine Geschmacksveränderung. Einige Tropfen Milch, ein Ei (wenn er es verträgt) oder zerquetschte Kartoffeln ins Futter wirken oftmals Wunder. Hunde lieben Geschmacksveränderung.

Einen Diättag, wie man ihn früher den Hunden zumutete, ist nicht notwendig. Bei artgerechter, ausgewogener und mengenmäßig richtiger Fütterung ist eine Diät generell nicht notwendig. Unsere ausgewachsenen Hunde erhalten abends ihr Futter. Gefüttert werden sollten ausgewachsene Hunde immer vor der Ruhepause, das heißt vor dem Schlafen. Man beugt so der Gefahr einer Magendrehung vor (beim Welpen besteht diese Gefahr noch nicht).

Die Umstellung auf eine andere Art von Futter bitte langsam angehen. Nicht sofort eine „fremde“ Sorte in einer Mahlzeit geben. Dies kann Durchfall oder Erbrechen auslösen. Zu Beginn eine kleine Mengen des neuen Futters in das Bekannte geben und mit jedem Tag etwas mehr. Die Umstellung sollte mindestens eine Woche dauern. Grundsätzlich aber nur Welpenfutter füttern.

Sollte der Welpe starken Durchfall (wie Wasser) haben, bitte umgehend den Tierarzt aufsuchen. In diesem Alter trocknet der Welpe / Junghund noch sehr schnell aus und es besteht Lebensgefahr.

Den Welpen an das Fieber-Messen und das Berühren aller Körper-Stellen einschließlich öffnen des Maules gewöhnen.

Bitte im Winter bei Minusgraden dem Pinscher die Ohren vor jedem Herausgehen mit Ballistol (Waffenöl), Vaseline, Penaten-Creme oder einer anderen fetthaltigen wasserfreien Creme einreiben. Die Ohrränder sind wenig durchblutet, frieren daher ein und reißen auf, wenn sich der Hund schüttelt. Sollte dies trotzdem passieren, habe ich bezüglich Wundheilung gute Erfahrungen mit Penaten-Baby-Creme oder Propolis Balsam „extra stark“ (erhält man im Internet) gemacht. Das Einreißen der Ohren passiert hauptsächlich im 1. oder 2. Lebensjahr. Danach sind Pinscher weniger anfällig.

Öfter mal die Ohren auf Sauberkeit kontrollieren, Beim Tierarzt oder in größeren Zoohandlungen gibt es spezielle Ohrreinigungs-Feuchttücher, womit man die Ohrmuschel gut sauber machen kann. Mit Wattestäbchen den Gehörgang sauber machen zu wollen, ist keinesfalls anzuraten.

Das Laufen des Hundes auf hartem Boden (Asphalt o. ä.) erspart aufwendiges Krallen-Schneiden

Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken untersuchen. Diese sofort mit einer Zeckenzange (gibt es in jedem Zoo-Laden oder Apotheke) entfernen. Die Drehrichtung beachten. Es gibt auch Zecken-Karten, womit man die Zecken heraus hebeln kann. Ich besitze beides, denn nicht jedes Werkteug ist für jede Körperstelle geeignet.

Dem Welpen so oft wie möglich die Ohren massieren bzw. den Knick in die Ohren rein massieren, damit es schöne Klappohren bleiben. Wenn man dies nicht tut, könnte es passieren, dass sich die Sehne im Ohr aufrichtet und die Ohren dann wie Löffel nach oben stehen. Den Hunden gefällt diese Massage. Eine weitere Methode ist das Kleben der Ohren. Dies ist jedoch für den Welpen etwas unangenehm und daher bin ich eher ein Anhänger der Ohren-Massage.

Den Welpen nach jedem Fressen / Schlafen ins Freie führen und ihn ständig beaufsichtigen. Trotzdem werden Pfützen passieren, man wischt sie stillschweigend weg und darf den Welpen keinesfalls dafür bestrafen. Die Blase des Welpen ist noch so klein, wenn eine Pfütze passiert oder Schlimmeres, ist es alleine die eigene Schuld. Aber nicht verzweifeln und keine Angst. Mir ist kein Hund bekannt, der nicht stubenrein wurde. Eine abgeschlossene geräumige Transportbox mit gemütlichem Kissen wird gerne als Schlafplatz angenommen. Wenn man diese in der Nacht neben sein Bett stellt, vermeidet man Pfützen in der Nacht. Der Welpe wird sein Lager nicht beschmutzen und winseln, so dass man ihn nach draußen tragen kann. Die unbedingte Voraussetzung ist aber, dass man keinen allzu festen Schlaf hat und aufwacht, wenn der Welpe sich meldet !!!!

Wölfe und Hunde sind Rudeltiere. Man sollte wissen, ein Welpe, der alleine ist, steht Todesängste aus. Daher wird er, wenn er plötzlich alleine gelassen wird, schreien und wimmern, was völlig normal ist, denn er ruft ja nach seinen Eltern. Man sollte ihn daher an das Alleine bleiben ganz behutsam heranführen, sich in der Wohnung völlig normal verhalten, auch mal die Zimmertür hinter sich schließen. Ganz allmählich wird er Vertrauen gewinnen, dass ihm, wenn er alleine ist, nichts böses passiert, seine Familie immer wieder kommt und ihn nicht verlässt. Man sollte jedoch darauf achten, das Zimmer nicht zu betreten, wenn er gerade am kräftigsten schreit. Dann hätte er gelernt, dass sein Rufen etwas nutzt und würde immer kräftiger schreien. Man sollte ihn aber auch nicht loben, wenn er still ist, sondern das Zimmer ganz selbstverständlich betreten und sich normal verhalten. Nur so lernt er mit der Zeit, dass ihm nichts passiert, wenn er alleine im Raum ist.

Ein ausgewachsener Deutscher Pinscher wird, wenn er sich ausstreckt, sehr lang. Daher sollten Körbchen und Schlafboxen eher im Schäferhund-Format sein. In einem Körbchen von 1 m Länge fühlt sich Aischa wohl. Für einen Welpen bitte keine Materialien verwenden, die er fressen kann. Körbchen aus Weidengeflecht sind ungeeignet. Die Plasteschalen, die es in jeder Zoohandlung bzw. im Baumarkt gibt, sind besser.

Bitte nur Halsbänder und Laufgeschirre aus sehr weichen Materialien verwenden, da das Fell leicht abschubbert.

Den Welpen keine Treppen steigen und noch viel wichtiger herunter laufen lassen. Die Bänder werden sonst überdehnt.

Der Welpe sollte in der ersten Zeit nur ca. 10 Minuten im Stück an der Leine spazieren gehen. Da kommt man nicht weit. Ich habe, um dahin zu gelangen, wo ich hin wollte, Aischa auf dem Arm getragen und öfter mal herunter gesetzt. Sobald der Welpe müde wird und sich hinlegt oder nicht mehr weiterlaufen möchte ist seine Belastungsgrenze weit überschritten und er muss unbedingt getragen werden.

Hund nicht am Fahrrad laufen lassen, bevor er 1 Jahr alt ist.

Ein Welpe muss Erfahrungen sammeln und viel Umwelt kennen lernen: viel Besuch, S-Bahn fahren, Straßenbahn (bedenken Sie, Ihr Auto könnte sich einmal in der Werkstatt befinden), Kaufhaus, Gaststätte (niemals etwas vom Tisch geben!) usw.. Im Welpenalter ist ein Hund aufgeschlossen gegenüber allem Neuen. Nutzen Sie dies aus!!! Alles, was der Hund als Welpe nicht kennen gelernt hat, bereitet ihm später große Angst und evtl. Panik!!!

Konsequente Erziehung: Man sollte sich im Vorfeld genau überlegen, was der Hund darf und was nicht. Alle Familienmitglieder sollten sich einig sein. Als soziales Wesen benötigt der Hund feste Regeln. Vieles was der Welpe tut ist niedlich und lustig. Doch bedenken Sie, ist es auch noch lustig, wenn er erwachsen und groß ist??? Falls der Welpe zum Schmusen auf die Coutch darf, sollte er wenigstens auf einer Decke liegen, die dann sein Körbchen ist. Man sollte ihn stets von der Coutch runter schicken können, in dem man die Decke z. B. auf den Boden legt.

Leinenführigkeit: Wenn der Junghund an der Leine zieht, bleibt man stehen, zieht er nicht mehr, geht man weiter. Das Weitergehen wird vom Hund als Belohnung empfunden. Beim Spaziergang öfter mal die Richtung wechseln. Der Hund muss sich dann an Herrchen oder Frauchen orientieren und wird aufmerksamer. In der ersten Zeit keine Auslaufleinen bzw. Rollleinen benutzen, denn damit lernt der Hund zwangsläufig das Ziehen an der Leine.

Der Hund darf nie lernen, dass man ihn nicht fangen kann, wenn er weg läuft. Ein sehr gutes Hilfsmittel ist hier die Benutzung einer Schleppleine. Man darf niemals dem Hund nachlaufen, wenn man sich nicht ganz sicher ist, dass man ihn fangen kann. Die Erfahrung, dass man ihn nicht greifen kann, wenn er Abstand hält, kann sich ein ganzes Hundeleben durchziehen und man bekommt ernste Probleme. Läuft man jedoch weg, oder versteckt sich, wird der Hund, vorausgesetzt eine gute Bindung ist vorhanden, einem folgen. Ich habe meine Hündin erst mit 1.5 Jahren von der Leine gelassen und gute Erfahrungen damit gemacht. Noch heute erhält sie immer, wenn ich sie rufe, eine Belohnung (einen Brocken ganz normales Hundefutter, was ich ständig in meiner Tasche habe und von ihrer täglichen Futterration abziehe). Das Resultat: Aischa ist aufmerksam und hat immer ein „Ohr“ auf mich. Ähnliche Erfolge erzielt man auch, wenn man ein Spielzeug, worauf der Hund fixiert ist, mit sich führt. Dieses Spielzeug sollte jedoch nur für Ausbildungszwecke benutzt werden. Stünde es immer zur Verfügung, würde es schnell seinen Reiz verlieren.

Vorsicht beim Öffnen von Autotüren, den Welpen bitte vorher anleinen. (Ein Pinscher ist sehr flink und wuselig und schnell entwischt.)

Den Hund niemals unbeaufsichtigt im Auto lassen, wenn die Sonne scheint. Schnell ist das Auto überhitzt, was für den Hund tödlich sein könnte. Den Hund möglichst nicht auf Flug-Reisen mitnehmen. Er wird dort als Fracht behandelt und es passieren mitunter schlimme Dinge.

Art gerechte Hundebestrafung: Dem Hund mit der Hand über die Schnauze fassen, den Hund auf den Rücken drehen, nicht loslassen, wenn er sich noch wehrt (denn dann hätte er ja gewonnen und er würde beim nächsten mal noch stärker zappeln), fest in die Augen gucken, bis der Welpe weg guckt (so macht es Aischa mit ihren Welpen), verbunden mit einem kräftigen bösen „Nein oder Pfui“ (dunkle Stimme = böse, helle Stimme = lieb). Eine Bestrafung darf nur dann erfolgen, wenn man ihn auf frischer Tat erwischt hat. Vergeht 1 Sekunde zwischen Tat und Bestrafung (oder auch Belohnung), kann er keine Verknüpfung mehr herstellen und bildet möglicherweise falsche unerwünschte Verknüpfungen. Um vieles besser wirken Bestrafungen (Erschrecken), die er nicht mit dem Menschen verbindet, z.B. ein Schlüsselbund, was plötzlich klappert oder über die Fliesen rutscht. Einfallsreichtum ist angesagt!

Beweisen Sie sich als „Rudelführer“, zeigen Sie vor Ihrem Hund niemals Angst. Hunde spüren Gefühle ganz genau. Wenn Sie dem Hund ein Kommando geben, sollten Sie sich in Gedanken bildlich vorstellen, dass er es ausführt (Niemals Angst haben, er könnte es nicht tun, Hunde kennen keine Verneinung und machen dann oft das Gegenteil von dem, was man wünscht). Die gedanklich bildliche Kommunikation ist meines Erachtens nach nach das Wunder-Werkzeug, mit dem sogenannte „Hunde- oder Pferdeflüsterer“ arbeiten.

Im Alter von 12 Wochen, d. h. ca. am .......... muss der Welpe seine Tollwut-Impfung erhalten.Ob noch einmal komplett nach geimpft wird, liegt im Ermessen des behandelnden Tierarztes.

Der Welpe wurde von mir 3 mal mit Welpan und ein mal mit Profender (Tablette) entwurmt. Die letzte Wurmkur fand am ......... statt. Nach den letzten 2 Wurmkuren waren alle Welpen wurm-frei. Da sich die Welpen über die Muttermilch oder Umgebung aber neu infiziert haben könnten, empfehle ich eine abschließende Wurmkur (erhält man beim Tierarzt) am ......... (Danach nur im ¼  oder ½ Jahres-Rhythmus)

Der Besuch einer Welpenspielstunde ist zwingend erforderlich, wenn man möchte, dass sich der Hund mit Hunden anderer Rassen verträgt.

Hunde lernen in Gemeinschaft schneller und besser. Wenn man eine Hundeschule besuchen möchte, sollte man sich jedoch die Ausbildungsmethode des Trainers sehr genau anschauen. Mit Leinenruck, Härte oder gar Bestrafung erreicht man beim Deutschen Pinscher nichts oder vielmehr das genaue Gegenteil von dem, was angestrebt wird.

Für einen Jahresbeitrag von 60 € können Sie Mitglied im Pinscher-Schnauzer-Klub werden. Sie erhalten dann monatlich eine Zeitschrift mit wichtigen Informationen über Ausstellungstermine u.v.m., die Pinscher-Schnauzer-Übungsplätze stehen Ihnen offen, wo Sie Hilfe und Unterstützung bei der Ausbildung und Erziehung Ihres Pinschers, vor allem aber auch ein gezieltes Training für Ausstellungen und eine Beratung im Hinblick auf den eventuellen Zucht-Einsatz Ihres Hundes sowie Informationen zur Rasse erhalten. Es würde mich freuen, wenn einige meiner Hunde auf Ausstellungen gezeigt werden würden. Die Nachfrage nach geeigneten Deckrüden (vorrangig mittelgroßen oder kleinen Deckrüden) ist zur Zeit groß. Informationen, ein Verzeichnis der Ortsgruppen und Ansprechpartner, Anmeldeformulare u. v. m. finden Sie unter www.psk-pinscher-schnauzer.de. Gegen einen geringen Beitrag stehen Ihnen die Pinscher-Schnauzer-Übungsplätze jedoch auch offen, wenn Sie kein PSK-Mitglied sind. Gleiches gilt auch für Ausstellungen.

Bitte nicht vergessen, die Formulare an Tasso abzuschicken (Name, Adresse … eintragen!!!) Wenn der Hund irgendwo aufgefunden werden würde und nicht bei Tasso registriert ist, erhalten Sie keine Information über seinen Verbleib. Wenn das Formular nicht abgeschickt wird, war das Chippen also völlig sinnlos, denn der Hund kann dann nirgends zugeordnet werden.

Die gegebenen Hinweise sollen keine Bevormundung sein. Meine Käufer sind zum Teil erfahrene Hundeleute, die eventuell alles noch viel besser wissen als ich, und zum Teil Neulinge. Mit diesen Hinweisen möchte ich ganz einfach Erfahrungen (eigene und die meiner A-Wusel-Eltern) weitergeben und vermeiden, dass Hunde-Anfänger die gleichen Fehler machen, wie ich sie mit meinem Erst-Hund, der Dalmatiner-Hündin Dascha gemacht hatte.

 


Hilfe, mein Hund läuft weg ! 

           für Aby !!!

Herrchen:
Ich nehme die Leine in die Hand und mein Pinscher kann sich vor Freude kaum beherrschen.

Hund:
Jetzt geht’s los, wir gehen auf die Jagd. Ich werde herrliche Düfte erleben, Spuren verfolgen, rennen und umhertollen! Manchmal liegen Leckerbissen, weggeworfene Frühstücksstullen oder gar leckeres Aas im Gebüsch. Ich bin nun erwachsen, kenne die Gegend, alle Verstecke, habe eine gute Nase und bin ganz stolz darauf, mir mein Futter selber zu suchen. Herrchen schimpft zwar, wenn ich die Leckerbissen fresse, aber das liegt wohl daran, dass ich ihm nichts abgebe. Ich bin schlau und habe gelernt, dass er mich nicht fangen kann. Also darf ich meine Beute in aller Ruhe fressen, wenn ich nur genügend Abstand zu ihm halte.

Herrchen:
An der Leine und Rollleine gebärdet sich mein Hund wie toll. Er ist kaum ansprechbar und zieht wie verrückt. Er will laufen, also löse ich den Haken und erfreue mich daran, wie mein Pinscher voller Lebensenergie umher tollt. Mein Hund ist glücklich, also bin ich es auch. Das Laufen ist für ihn lebenswichtig. Ich rufe ihn immer mal wieder heran und bin stolz, wenn er kommt. Ich habe Leckerlis in der Tasche und belohne ihn für sein Herankommen. Damit das Kommen für ihn ein positives Erlebnis bleibt, mache ich nicht den Fehler, ihn jedes mal anzuleinen. Dies tue ich hauptsächlich nur, wenn Gefahr droht, wir uns einer Straße nähern oder ich am Verhalten meines Hundes merke, dass ihn frische Wildspuren oder Abfall in den Gebüschen locken. Doch je öfter mein Hund nicht gehorcht, um so größer wird nun meine Angst, dass er nicht kommen könnte.

Hund:
Herrchens Stimme klingt irgendwie anders und ich rieche Angstgeruch. Ich habe längst die Verknüpfung hergestellt “Wenn sich Herrchen so benimmt, gibt es Abenteuer zu erleben”. In freier Natur bin ich der Chef und werde mein geliebtes Herrchen beschützen. Ich renne voraus, doch ich kann keine Gefahr sehen. Ich stecke die Nase in den Wind und rieche sehr interessante Düfte. Herrchen ruft erneut nach mir, doch sein Rufen klingt in meinen Ohren wie die Aufforderung, der Duftspur zu folgen. Ich werfe einen kurzen Blick zurück zu ihm und weg bin ich!!! Das freie Laufen macht Spaß, niemand kann mich fangen. Ich finde Leckerbissen in den Büschen und lasse es mir schmecken. Ich vergesse alles. Selbst gefangene Beute schmeckt besser, als die Leckerlis aus der Hand. Nach einiger Zeit merke ich, dass ich ganz alleine bin. Ich bin voller Panik. Mein geliebtes Herrchen ist weg. Zum Glück kenne ich die Gegend gut. Ich war schon oft alleine unterwegs, habe jedes mal den Weg nach Hause gefunden und mache mich selbstbewusst auf den Rückweg. Es sind Straßen zu überqueren, aber die Gefahren die von Autos ausgehen, kennt mein Instinkt nicht.

Herrchen:

Nun warte ich bereits 2 Stunden im strömenden Regen auf meinen Hund. Ich habe große Angst um ihn. Ich male mir in Gedanken die schlimmsten Situationen aus. Er rennt über die Straße und wird überfahren. Autos stoßen beim Ausweichmanöver zusammen, es könnte Tote geben. Ich bin voller Ärger. Wichtige Termine habe ich versäumt. Endlich sehe ich meinen Hund. Freudig kommt er auf mich zu. Ich platze fast vor Ärger, doch ich weiß, Hunde leben nur im Augenblick. Wenn ich jetzt ärgerlich reagiere, verbindet er dies mit seinem Herankommen und stellt falsche Verknüpfungen her. Ich muss ihn freudig begrüßen und das macht mich innerlich noch wütender. Außerdem habe ich Angst, dass ich ihn wieder einmal nicht einfangen kann. Er hat gelernt, den Sicherheitsabstand einzuhalten.

Hund:
Toll, da ist ja mein geliebtes Herrchen. Endlich habe ich ihn gefunden und werde ihn freudig begrüßen. Ich renne zu ihm. Doch stopp, was ist denn das? Ich rieche Angst, Ärger und übergroße Wut. Wie von einer unsichtbaren Mauer ist Herrchen davon umgeben. Ich spüre es, seine lieben Worte sind Lügen. Irgend etwas stimmt nicht, also kann ich nicht zu ihm heran kommen. Als schlauer Pinscher halte ich den Sicherheitsabstand ein.

Herrchen:
Noch größer wird meine Wut.
Und der Hund lässt sich nicht einfangen. Dies gelingt erst mit größter Mühe nach langer, langer Zeit.

Was wurde falsch gemacht?

Ein Hund ist jenses von gut und böse. Fehler macht nur der Mensch. Der Hund verhält sich völlig normal und artgerecht.

Der Hund hat gelernt, Kommandos zu ignorieren.

Der Hund wurde zu früh von der Leine gelassen und hat erfahren, welchen Spaß es macht, alleine die Gegend zu durchstreifen. Mit jedem dieser Erlebnisse wächst sein Selbstvertrauen. Der Radius seiner Entfernung vom Herrchen wir größer. Es wird immer schwieriger, sein Verhalten zu korrigieren.

Herrchen hat es nicht verstanden, die Aufmerksamkeit seines Hundes auf Spaziergängen voll auf sich zu lenken. (Zugegebenerweise ist dies bei dem eigenständigen Wesen einer Deutschen-Pinscher-Persönlichkeit sehr schwierig)

Herrchen gibt sich große Mühe, seinen Hund freudig heranzurufen, doch im tiefsten Inneren ist er ängstlich und auch ärgerlich. Mit jedem mal wird die Angst, dass der Hund nicht dicht genug heran kommt, um ihn zu ergreifen, größer. Der Hund spürt dies ganz genau und ist verunsichert. Die Angst des Menschen überträgt sich auf den Hund und verhindert, dass der Hund zum Herrchen kommt.

Wie kann man die Aufmerksamkeit seines Hundes auf sich lenken?

Man muss für den Hund auch im Freiland als Rudelführer stets interessanter sein, als die Umgebung. Die Rudelführer-Persönlichkeit festigt man durch Unterordnungsübungen wie “Fuss, Sitz, Platz, Steh, Hier, Bleib“. (Achtung: Nur wenn diese Übungen an der Leine immer funktionieren, dürfen die Kommandos in der Freifolge gegeben werden. Sobald Kommandos in der Freifolge nicht befolgt werden, fängt man wieder mit der Leinen-Arbeit an, denn nur wenn man auf seinen Hund einwirken kann, gelingt es, ihn zu korrigieren. Hat man keine Handhabung, auf den Hund einzuwirken, lernt er, dass er Kommandos ignorieren kann.)
Interessant wird man für seinen Hund, indem man auf Spaziergängen öfter die Richtung wechselt, sich, wenn der Hund unaufmerksam ist, versteckt, vor dem Hund wegläuft, mit dem Hund spielt, in verschiedenen Tonlagen spricht sowie Futterbrocken oder interessantes Spielzeug mit sich führt. Besonders interessant sind z. B. Bälle, die man mit Futterbrocken füllen kann. (Damit befriedigt man gleich 2 Instinkte, den Lauftrieb und den Beutetrieb. Der Pinscher lernt sehr schnell, den Ball zu rollen, damit die Futterbrocken heraus fallen.) Dieses Ausbildungs-Spielzeug sollte man nur auf Spaziergängen, wenn man mit dem Hund arbeitet, verwenden. Würden sie ihm immer zur Verfügung stehen, verliert er schnell sein Interesse daran.

Welche Möglichkeiten gibt es, das Fehlverhalten zu korrigieren?

Unbeaufsichtigt freilaufende Hunde stellen eine große Gefahr für sich und ihre Umwelt dar, so dass dieser Zustand durch nichts zu rechtfertigen ist. Auch die Unart, herumliegende Nahrung aufzunehmen ist für den Hund gefährlich. Im schlimmsten Fall könnten es Gift-Köder sein.

Um diese Fehlverhalten zu unterbinden, fallen mir folgende Möglichkeiten ein:

1.

Der Hund wird zukünftig nur an der Leine bzw. 8 m-Rollleine spazieren geführt. Deutsche Pinscher sind  intelligent. Sie lernen schnell den Unterschied zwischen der kurzen Leine, wo sie Fuß laufen müssen, und der Rollleine, an der sie umhertoben dürfen. Bei Spaziergängen, wo der Hund "Fuss" laufen soll, bitte immer die kurze Leine verwenden! Auch den Auslaufradius der Rollleine merken sich Pinscher nach einiger Zeit, so dass sie bald nicht mehr mit voller Geschwindigkeit in die Leine laufen. Man sollte jedoch den Stopper vor dem Erreichen des Leinenendes betätigen, damit man nicht riskiert, dass die Leine im Gehäuse abreißt. Leider ist der Grad der Abnutzung nicht festzustellen und die Leinen halten nach meiner Erfahrung nicht länger als 2 Jahre. Ich empfehle eine Gurt-Leine (die sind etwas stabiler) vom Typ flexi Maxi Größe L für max. 50 kg, 110 lbs. Die Rollleine birgt jedoch eine große Gefahr. Wenn sie aus der Hand gleitet und der Hund mit der Rollleine im Schlepptau in den Wald läuft, verfängt sich das Gehäuse im Unterholz und der Hund ist gefangen. Ihn dann im Wald irgendwo zu finden, ist schwierig. Also ist es zwingend notwendig, das Gehäuse auch beim plötzlichen Anrucken ganz fest zu halten!!! (Man kann das Gehäuse der Leine zur Sicherheit zusätzlich am Gürtel oder Handgelenk befestigen.) Zumal frei laufende Hunde in unserem Wald verboten sind, führe ich Aischa auf unseren normalen Spaziergängen grundsätzlich nur an der Rollleine. Sie hat es nie anders kennen gelernt, also vermisst sie nichts. Für mich sind diese Spaziergänge entspannend, denn ich muss nicht ständig nur auf meinen Hund achten. Ihr Laufbedürfnis kann Aischa beim Laufen am Fahrrad und beim Toben auf dem Hundesportplatz befriedigen.

2.

Das Futtersuchverhalten könnte man z. B. unterbinden, indem man in ungefährlichem Gelände (Keine Straßennähe) Köder in oder neben Mausefallen auslegt. Die Feder der Mausefalle muss man hierzu etwas ausleiern und die Falle zur Sicherheit am eigenen Finger testen, damit an der empfindlichen Hundenase kein Schaden entsteht. Gut wäre es, wenn eine Hilfsperson die Köder auslegt, damit sie nicht nach dem Hundebesitzer riechen. Schnappt dann die Falle zu, bekommt der Hund einen Schreck und sucht im Normalfall Schutz bei Herrchen oder Frauchen. Nun gibt man ihm Futter aus der Hand und tröstet ihn. Wenn ein Pinscher die Erfahrung macht, dass es gefährlich ist, in Büschen nach Futter zu suchen, wird er es künftig nicht mehr tun. Mit dieser Methode habe ich gute Erfahrungen gemacht, um Aischa das Umgraben meiner Pflanzkübel abzugewöhnen. Eine zugeschnappte Mausefalle hat ausgereicht und sie hat nie wieder meine Pflanzen ausgegraben! An Stelle von Mausefallen lassen sich auch mit kleinen Steinen oder Wasser gefüllte Blechbüchsen verwenden. Mit einem Faden werden die Büchsen mit dem Köder verbunden (jedoch Vorsicht: der Hund darf den Faden nicht fressen, falls er den Köder nimmt. Besser wäre es, den Köder mit etwas abzudecken und dieses Teil an der Blechbüchse zu befestigen.) und in höherer Position aufgestellt. Greift der Hund den Köder, klappert die Büchse nach unten und ein Stein- oder Wasserregen ergießt sich über den Pinscher. Oft hilft es, wenn man sich beim Heranrufen des Hundes auf den Boden hockt (Der Hund denkt dann, man ist weit entfernt.) oder in entgegen gesetzter Richtung vom Hund wegläuft. Niemals sollte man seinem Hund nachlaufen! Fangen kann man ihn ohnehin nicht und er lernt, dass er schneller ist und entweichen kann.

3.

Meine Schwester hat bei ihrem Pinscher, um ihm das Weglaufen abzugewöhnen, gute Erfahrungen mit einem Vibrationshalsband gemacht. Dieses Halsband besitzt einen kleinen Sender. Wenn man auf die Fernbedienung drückt, vibriert das Halsband, was dem Hund nicht weh tut, aber unangenehm ist. Bevor man die Fernbedienung benutzt, sollte der Hund bereits längere Zeit an das Halsband gewöhnt sein. Das erste Benutzen muss in ungefährlichem Gelände (Keine Nähe von Straßen) stattfinden. Falls die Bindung zu Herrchen oder Frauchen nicht groß genug ist, könnte es eventuell passieren, dass der Pinscher in wilder Panik davon rennt. Man leint den Hund ab und ruft ihn nach einiger Zeit heran. Wenn er nicht gehorcht, drückt man den Auslöser der Fernbedienung. Der Hund weiß natürlich nicht, wo das unangenehme Gefühl her kommt. Im Normalfall sucht er bei Herrchen oder Frauchen Schutz, kommt heran und wird natürlich überschwänglich gelobt und getröstet. Mehrere dieser Erfahrungen veranlassen den Hund, beim Rufen sofort zu kommen. Auf alle Fälle sollte man sich über den Einsatz von technischen Hilfsmitteln gut informieren und gegebenenfalls fachmännischen Rat einholen, denn es sind im Umgang mit diesen Geräten viele Fehlervarianten möglich. Sollte der Hund nach Betätigung der Fernbedienung nicht herankommen, ist diese Methode völlig ungeeignet und darf nicht mehr eingesetzt werden!

4.

Hat der Hund sehr intensiv gelernt, dass er, wenn er ohne Leine läuft, beim Kommando “Hier” nicht kommen braucht, könnte es eventuell vorteilhaft sein, sich ein anderes Kommando für sein Herankommen auszudenken und unter Vermeidung alter Fehler ganz von vorne zu beginnen. Hunde im Allgemeinen und Pinscher im Besonderen tun nur das, was ihnen gefällt und was in ihren Augen gut für sie ist. Also muss ihr Bedürfnis heranzukommen immer größer sein, als der Reiz, den die Umwelt ausübt. Es gibt viele Arten, dies zu erreichen. Man könnte beispielsweise das Füttern des Hundes aus dem Fressnapf für einige Zeit einstellen. Der Hund erhält seine Futterration unter Gebrauch des neuen Heranruf-Kommandos nur noch aus der Hand als Belohnung für sein Herankommen. Diese Übung kann sowohl im Haus als auch auf Spaziergängen an der Rollleine durchgeführt werden.

5.

Wenige Hundebesitzer machen instinktmäßig alles richtig und der Hund gehorcht, einige schwören auf die Hundepfeife, andere arbeiten mit ihrer Stimme, manche haben große Erfolge mit dem Clicker-Training, andere benutzen eine Schleppleine, doch nicht jede Methode passt zum jeweiligen Menschen. Liebevolle Konsequenz, persönlicher Einfallsreichtum und auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Pinscher-Besitzern können helfen, Probleme zu beheben.

6.

Die Gefühle des Menschen übertragen sich auf den Hund. Er kann die Mischung aus Angst und Ärger nicht zuordnen und ist überfordert. Dies kann dazu führen, dass sich der Hund nicht greifen lässt. (Eine Hündin aus dem A-Wurf reagierte auf Angstgefühle, die sie nicht zuordnen konnte, sogar aggressiv! Als die Angst des Menschen überwunden wurde, ist es nie wieder vorgekommen, dass diese Hündin knurrte oder biss und war fortan ein liebes Familienmitglied.) Nur wenn es gelingt, Angst, Ärger und alle diese vielen Gefühle beim Anblick seines herankommenden Hundes gegen reine Freude auszutauschen, kann der Kreislauf durchbrochen werden. Positives Denken, das heist, sich bildlich vorzustellen, dass der Hund z. B. herankommt, sind eine bewährte Methode in der Hundeerziehung! 

7.

Sowohl um den Hund nach seinem Herankommen besser greifen zu können als auch um sein Weglaufen zu verhindern, empfiehlt es sich, für längere Zeit eine Schleppleine zu benutzen. Eine Schleppleine ist eine lange Leine ohne Schlaufen (damit sie sich nicht im Gelände verfängt), die der Hund im Freilauf hinter sich herzieht. Die Schleppleine kann sowohl im Haus als auch  draußen verwendet werden. Läuft der Hund weg, kann man (falls man schnell genug ist), die Leine ergreifen. Kommt der Hund nicht dicht genug heran und hält "seinen Sicherheitsabstand" zum Menschen ein, ergreift man die Leine, führt den Hund behutsam zu sich heran und belohnt ihn. Der Gebrauch einer Schleppleine gibt dem Hundebesitzer die Sicherheit, den Hund fangen zu können und der Hund lernt, dass ihm beim Herankommen nichts böses passiert. Läuft der Hund allerdings wie in diesem Fall sehr weit in unbekanntes Gelände weg, ist der Gebrauch einer langen Schleppleine gefährlich, denn auch eine Schleppleine kann sich, wenn der Hund mehrfach um Büsche rennt, im Gestrüpp verfangen. Es empfiehlt sich daher, die Schleppleine am Laufgeschirr und nicht am Halsband zu befestigen. Schleppleinen haben sich vor allem in der Welpenerziehung, wenn der Hund noch nicht sehr weit wegläuft, bewährt.

Nachfolgend der Auszug aus einer Mail von A-Wusel Eltern, deren Ratschläge mir sehr gefallen haben:

Mit unserem Rüden, der schon nach 2 Wochen bis heute täglich mind. 2 Std. Freilauf im Wald hat, haben wir die üblichen Regeln beachtet:

Wir haben uns versteckt, damitit er aufmerksam nach uns schaut und uns nicht aus den Augen verliert. Wir haben jedes mal die Richtung gewechsel, wenn er zuerst in einen Weg abgebogen ist. Schon nach kurzer Zeit ist er an jeder Kreuzung stehen geblieben und hat darauf gewartet, wo WIR lang gehen. Wir haben Ihn ganz oft abgerufen und sein Kommen IMMER mit Leckerli belohnt. Hat er anfangs nicht sofort gehört, haben wir uns umgedreht und sind zurück gegangen. Als er das bemerkte, ist er sofort hinterher gelaufen.

Natürlich neigt auch Ayko dazu, ab und zu loszupreschen, wenn er einen Hund auf einem anderen Weg sieht. Er möchte immer wissen, wer da in seinem Wald herum läuft. Ist er noch in Sichtweite, lassen wir ihn gewähren. Er begrüßt nur kurz den anderen Hund und kommt wieder zurück.

Für den Fall, dass er sich außer Sichtweite begibt oder wenn er ein Wildschwein aufstöbert, was schon öfter vorgekommen ist, oder wenn eine andere Gefahr droht, egal was - für diesen Fall haben wir in der Hundeschule folgendes gelernt:

Der Hund wird entweder auf eine Pfeiffe oder auf ein Wort abgerichtet. (Wir haben uns für ein Wort entschieden - die Stimme hat man immer dabei.) Wenn dieser Pfiff ertönt oder das Wort gerufen wird (und das Wort bzw. der Pfiff sollte absolut NUR für diesen Zweck eingesetzt werden und sonst NIE benutzt werden) und der Hund kommt, dann bekommt er das absolute Superleckerli, das es sonst NIE gibt!!! In Aykos Fall ist es eine kleine Gemüsebulette. Ganz wichtig ist es, diesen Befehl sehr sparsam und wirklich nur im Notfall oder wenn es längere Zeit keinen gibt, gelegentlich zur Übung einzusetzen.

Bei Ayko brauchen wir das Wort vielleicht alle 2-3 Wochen einmal. Bis heute funktioniert das 100%, mit Ausnahme er riecht läufige Hündinnen.

Natürlich wird anfangs so geübt, dass einer den Hund an der Leine hält, der andere ein Stück weggeht, das Wort ruft, der Hund wird losgelassen und bekommt das Superleckerli. Die Hunde verknüpfen diese Ausnahmesituation unglaublich schnell - das haben fast alle in der Hundeschule erfahren. So kommen wir also mit Ayko prima zurecht.

Dank ihrer Intelligenz (ein Deutscher Pinscher vergisst nichts) und ihrer Eigenständigkeit, die so liebenswert sind, nutzen Deutsche Pinscher Erziehungs- und Rangordnungsfehler aus. Dies bringt sie in den Verruf, keine leicht erziehbaren Hunde zu sein. Ihre Sensibilität befähigt sie, unsere Gefühlswelt in ihrem Verhalten zu reflektieren.

Weitere Hinweise gibt es auf der Seite der Deutschen-Pinscher-Initiative siehe "Kontakte/Links")

Hier ist der Text einer Mail vom 15.10.2010, über die ich mich sehr gefreut habe:

Liebe Astrid, danke! Danke! Danke!

Mein Name ist Steffi. Ich habe seit naja 2 Monaten einen Pinscher, der ursprünglich meiner Freundin gehörte und die diesen in ein Tierheim bringen wollte. Da mein Zwergpinscher ein paar Monate vorher an Tumoren starb, sagte ich zu, ihn als Pflegehund zu nehmen. Nun ja, jetzt kann ich mich nicht mehr von ihm trennen. Ares ist gerade einmal ein Jahr alt. Ich habe ihn absolut unerzogen bekommen. Grundbegriffe wie Sitz, Platz und Hier hat er nicht annähernd gekannt. Ich hatte zwar schon einen Zwergpinscher, dennoch merkte ich schnell, dass diese doch ordentlich verschieden sein können. Ares ist sehr intelligent, hört an der Leine, jedoch sobald ich ihn ableinte war er über alle Berge. In meiner Verzweiflung suchte ich wie wahnsinnig alle Internetforen zum Thema ab. Nichts half, dann traf ich auf Deine Homepage und las mir alles durch, probierte einiges und es half! Du weißt gar nicht, wie glücklich ich bin. Deshalb diese Mail. Danke!!!

 

LG Steffi & Ares aus Wien

 


Kürzlich habe ich ein sehr interessantes Buch gelesen. In allem stimme ich nicht überein, vor allem eine Kommunikation über "Fotos von Tieren" erscheint mir zu spektakulär. Ich fand jedoch Bestätigungen für meine Annahme, dass in seltenen Fällen eine Kommunikation mit Tieren über eine bildliche Vermittlung von Gedanken und Gefühlen möglich ist.

Dies wäre eine Erklärung für folgende Fragen:

Warum gelingt es manchen Menschen (ich denke da an sogenannte Hunde- oder Pferdeflüsterer) so erstaunlich gut mir Tieren umzugehen?

Warum biegt mein Hund, der weit vor mir läuft, in den rechten Weg ein, wenn ich, vorausgesetzt ich bin sehr entspannt (will ich jedoch einen "Test" machen, gelingt es nie!) mir bildlich vorstelle, an einer Wegkreuzung, die sich weit vor mir befindet, nach rechts zu laufen?

Warum rennt mein Hund einer Katze hinterher, wenn ich einen Schreck bekomme und denke "hoffentlich macht er es nicht" und hierbei das Bild des der Katze nach jagenden Hundes im Kopf habe, während der Hund an meiner Seite bleibt, wenn ich die Katze entweder nicht sehe oder aber entspannt weiter laufe?

Warum gelang es mir erstaunlich oft, einen Welpen, den ich ausgesucht hatte, um ihn ins Haus zu holen, mit bloßem Blickkontakt ohne Worte und Gesten an den Welpenzaun zu mir zu locken, während die anderen Welpen an ihren Plätzen blieben und weiter spielten? (Ähnliches gelang mir sogar einmal bei einem Teich-Frosch, der sich, nach dem er zu mir ans Ufer schwamm, sogar von mir streicheln ließ, was mich sehr verblüffte.)

Warum kam Aischa, als ich sie als kleines 9 Wochen altes Welpchen beim Züchter inmitten anderer Welpen (die bereits ausgesucht waren) zum ersten mal sah und sofort eine große Liebe empfand, auf mich zu und wollte nicht mehr von meinem Schoß? Ich denke, Aischa hat meine Liebe gespürt, dies hat ihr eine große Sicherheit gegeben und daher hat sie auch auf der mehrstündigen Autofahrt kein einziges mal nach ihren Geschwistern gejammert. Bei Dascha, meiner Dalmatiner-Hündin war es ähnlich: Als ich sie als kleines Welpchen mehrmals beim Züchter besuchte, kam sie jedes mal auf mich zu, während ihre Geschwister weiter spielten.

Liebe sowie unverfälscht reine Gefühle sind für mich die wesentlichsten Voraussetzungen, damit das Wunder eines gemeinsam-harmonischen Zusammenlebens zweier so unterschiedlicher Wesen "Mensch und Hund" wirklich funktioniert. Empfindet man diese Liebe jedoch nicht, muss man sich auf die "Kommando-Sprache" beschränken und erlebt nie das Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Wenn man oft mit seinem Hund spricht, entwickelt dieser einen erstaunlichen Wortschatz, der über die Kommando-Sprache "Sitz, Platz ... " weit hinaus geht.

Empfindet man jedoch Angst, wird diese vom Hund völlig falsch interpretiert und der Hund macht dann oft das Gegenteil von dem, was man möchte

Hier das Buch, was mich dazu anregte, diese Gedanken aufzuschreiben:

Focco Huisman:

Das geheimnisvolle Band  Was wir von Tieren lernen können

Arum Verlag GmbH,  Braunschweig

 

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